Mittwoch, 12. November 2014

Der "vergessene" Diabetes...


Ich weiss nicht wie es Euch anderen Diabetikern geht, aber hin und wieder vergess ich sozusagen im Alltag meinen Diabetes.

Heute war mal wieder einer dieser Tage. Da geht man Nachmittags mit dem Kindchen rumtollen im Kuddeldaddeldu, das ist so nen Kinderland mit allerlei Spielmöglichkeiten.
Und da ich mich natürlich zuvor zu Hause fertig machte, steckte ich dafür die Pumpe wie so oft beim umziehen und fertig machen vom Katheder ab, um sie danach wieder anzustecken.
Naja und heute? Abgesteckt vom Katheder, Kabel in die Hosentasche und fertig gemacht.
Dann gings los - Action mit dem Kindchen.
Und dabei nicht gemerkt, dass ich vergaß die Pumpe wieder an den Katheder anzustecken.

...vergessen, die Pumpe wieder ranzustecken!
Dann daheim zum Abendessen meinen Blutzucker gemessen. Mega hoch. 18 mmol/l, das sind umgerechnet ca 324 mg/dl.
Ich dachte da nicht an die Pumpe, sondern an das Kaffee trinken mit nen schönen Windbeutel den es vor dem Besuch im Kinderland gab. Dachte mir, ok mal wieder vergessen zu pumpen.

Also wurde nicht nur das Abendessen gepumpt, sondern auch einige Einheiten Insulin mehr gegen den hohen Wert.

Mir ging es gefühlsmäßig auch nicht so schlimm, nur leichte Überzuckeranzeichen. Nach dem Abendessen dauerte es nicht lange und der Zucker stieg auf fast 29 mmol (522 mg).

Da merkte ich dann meinen fatalen Fehler.

Das sind manchmal kleine Dinge die man im Diabetesleben vergißt, die am Ende dann große Auswirkungen haben.

Oder man vergißt, dass man nach 2-3 Tagen den Katheder wechseln sollte. Das Messen des Blutzuckers vor jeden Essen, was man eigentlich machen sollte, gehört regelmäßig leider bei mir dazu.

Woran liegt es? Manchmal an der Schussligkeit, das man wirklich nicht dran denkt, manchmal weil der Alltag zu hektisch ist und so hin und wieder da will man einfach nix mit dem Diabetes tun. Vor allem wenn es einen gut geht, wenn die Zuckerwerte gut sind usw. Da kommt bei mir oft die "es geht doch alles gut so"-Stimmung und da wird einiges weggelassen.

Geht es Euch auch manchmal so oder ähnlich? Oder wie "schlampig" geht Ihr so manchmal mit Euren Diabetes um? Was tut Ihr so, um Eure "Diabetesvergeßlichkeit" abzubauen?

Aber eins möchte ich Euch allen da draussen sagen - ich habe 14 Jahre von meinen mittlerweilen 21 Jahren meinen Diabetes mehr als schlecht behandelt, also mich nicht mit ihm so richtig abgefunden.
Ich hatte NIE HBA1C-Werte unter 10% gehabt, meist zwischen 12-17%.
Und auch wenn ich wohl sehr viel Glück hatte, dass ich noch nicht großartige Schäden durch mein Diabetes erlitten habe - ich warne Euch, macht es nicht mir nach.

Kümmert Euch um Euren Diabetes. Irgendwann im Leben kommt man an einen Punkt, wo man merkt, dass man nicht nur für sich Verantwortung trägt, sondern auch für andere - Freunde, Verwandte oder die eigene Familie, die man vielleicht früher oder später dann doch hat.

Lebe mit Deinem Diabetes, und lass nicht Deinen Diabetes Dein Leben übernehmen.

Übrigens in der Gruppe DIABETES TYP 1 in Facebook erhaltet Ihr allerhand Tipps und Hinweise für das ganze Diabetesleben. Ich bin dort auch vertreten und aktiv.

Bis dahin ...